Aktuelles

Die geschichtliche Entwicklung des Dorfes
Die Glocke
Oppendorf liegt am Ostrande des Stemweder Berges. Nach dem Wiehengebirge ist der Stemweder Berg die letzte nennenswerte Erhebung (181m über dem Meeresspiegel) vor der Norddeutschen Tiefebene. Es gibt keine sicheren Erkenntnisse über die erste Besiedelung am Stemweder Berg, aber jeder Heimatforscher freut sich, wenn er heimatliche Orts- und Landschaftsnamen in einer alten Urkunde entdeckt.

Schon frühzeitig wird in Diepholzer und Mindener Urkunden das "Land Stemwede" mit den einzelnen Orten rund um den Stemweder Berg erwähnt, einschließlich der jetzt zu Niedersachsen gehörenden Dörfer Brockum, Burlage und Lemförde.

In einer Urkunde von 1259 wird Wilhelm de Openthorpe als Freier des Landes Stemwede genannt. Eine andere Urkunde aus dem Jahre 1263 besagt, daß die Freigrafschaft Stemwede vom Mindener Bischof Wedekind erworben wurde, nachdem sie vorher dem Grafen von Schaumburg unterstand. Unter den neun Zeugen in der Urkunde von 1263 befindet sich auch der Name von Reinwardus Rudolfus de Openthorpe. Oppendorf wird hier zwar nicht eindeutig als Ortsname, jedoch in Verbindung mit dem Vornamen eines Eingesessenen genannt.

Es ist anzunehmen, daß sich die Besiedelung unserer Landschaft nachhaltig von den alten Kirchdörfern aus vollzogen hat. Dabei mag dahingestellt bleiben, ob der Raum Dielingen, oder der Raum Wehdem eher besiedelt war. Die Entstehung unseres Dorfes läßt sich auch mit der Ausweitung des alten Kirchdorfes Wehdem erklären. Was außerhalb von Wehdem lag, wurde möglicherweise "uppen Dorpe" genannt.

Mit der Gebietsreform am 1. Januar 1973 erfolgte zwangsweise mit 12 anderen Gemeinden der Zusammenschluß zur Gemeinde Stemwede. Damit verlor auch Oppendorf die politische Selbständigkeit, den Status der Gemeinde und den eigenen Bürgermeister.

Zu einem typischen Dorf gehört seit eh und je eine Dorfglocke. Es ist nicht bekannt, seit wann es in Oppendorf eine Glocke gibt. Bekannt ist aber, daß sie bereits 1720 vom Hofe Meyrose Nr. 65 (heute Randermann) auf den Schulhof umgesetzt wurde. Der Lehrer übernahm seinerzeit das Läuten zu den verschiedenen Anlässen des Tages. Außer zu den üblichen Zeiten mußte er um 9 Uhr morgens läuten, damit die Kinder vom Kühehüten heimkehrten, um die Schule zu besuchen.

Im Jahre 1857 wurde für Oppendorf eine neue Glocke gegossen und eingeweiht. 1917 mußte die 104 kg schwere Glocke zum Einschmelzen abgegeben werden. Schon im September 1920 beschloß der Gemeinderat, eine neue Bronzeglocke anzuschaffen. Diese Glocke mußte im Zweiten Weltkriege allerding wieder zum Einschmelzen abgegeben werden. Doch schon im Frühjahr 1949 wurde von der Gemeinde eine neue Glocke mit einem Gewicht von 65 kg beschafft und im Turm der alten Schule aufgehängt. Für den Turm des Spritzenhauses kaufte die Gemeinde im Jahre 1952 eine größere, 200 kg schwere Glocke. Die Inschrift lautet "Friede und Freude einer bedrängten Welt. Im siebten Jahr nach der Beendigung des Weltkrieges, 1952, gegossen." Vertreter des Gemeinderates fuhren zur Glockengießerei nach Bremen, um dem Glockenguß beizuwohnen. 1987 erhielt die 1952 beschaffte alte Glocke den Standort auf einem Sockel vor dem Spritzenhaus.

Die Nacht der Katastrophe

Die Bronzetafel mit den Namen aller Opfer der Katastrophe vom 16. Dezember 1943 befindet sich an der Kreuzung Oppendorfer Straße / Am Hunneort und trägt folgende Inschrift: 

Zur Erinnerung und Mahnung zum Frieden 
Am 16. Dezember 1943 stürzte hier ein mit einer 1800 kg schweren Sprengbombe und vielen Brandbomben beladenes Flugzeug der britischen Luftwaffe ab. 
Es wurden 19 Gehöfte völlig zerstört, drei Wohnhäuser davon konnten erhalten werden. 
Acht Menschen fanden den Tod: 
Christoph Kalkhake   61 Jahre 
Heinrich Waering   29 Jahre 
Donald Baker   20 Jahre 
George F.W. Batchelor 
Gilbert E. Adams   23 Jahre 
Clifford Robinson 
Kenneth Watmough   23 Jahre 
W.D. Grimmins (Kanada)   29 Jahre

Auszüge aus dem Bericht von Heinrich Schumacher:

17. Dezember 1943, gestern abend gegen siebern Uhr stürzte ein angeschossenes Flugzeug brennend über Oppendorf ab. Es war ein viermotoriges feindliches Bombenflugzeug. Der Rumpf des Flugzeuges mit den vier Motoren stürzte mit seiner Bombenlast auf die Scheune von Sander 20, während das hintere Teil oben am Klei zur Erde kam. Das Flugzeug sowie die Scheune standen sofort in hellen Flammen. Sofortige Löschhilfe wurde durch fortwährende Explosionen und Pfeifen explodierender Bordwaffenmunition verhindert. Das in der Scheune befindliche Vieh versuchten einige Männer zu retten. Da erfolgte nach etwa 10 Minuten eine furchtbare Explosion. (...) Am Morgen des 17. Dezember war das ganze geschlossene Dorf ein Trümmerhaufen. Auf dem Grundstück von Sander 20 gähnt ein ungeheurer Trichter. Die ganze Umgebung ist mit Trümmern des Flugzeuges und Resten der Brandbomben übersät.(...) Ein Flugzeugmotor ist quer durch den Holzschuppen von Klanke 8 geschleudert worden und dort auf dem Hofe liegengeblieben. Von den Besatzungsmitgliedern des feindlichen Flugzeuges landete einer mit dem Fallschirm lebend in Lemförde. Ein anderer wurde mit verbranntem Fallschirm bei Witte 24 tot aufgefunden, der Dritte in einem Flugzeugteil bei Lösche 15. Von den übrigen ist außer einem Körperteil bisher nichts aufgefunden worden. Die Explosion der Bombenmasse oder Luftmine hatte eine verheerende Wirkung. Hunderte von Brandbomben wurden über das Dorf geschleudert, und im Augenblick war das ganze Dorf ein Flammenmeer.(...) Siebzehn Gehöfte wurden ein Raub der Flammen.

504 Flugzeuge starteten in der Nacht gen Deutschland. 52 davon kehrten nicht unversehrt zurück, wobei allerdings 31 Flugzeuge über England abstürzten, wegen Nebel. Das über Oppendorf abgestürzte Flugzeug gehörte zur Lancaster-Schwadron 625, Nr. LM 424. Sechs Besatzungsmitglieder kamen dabei ums Leben. Der siebte, Sergeant W.H. Pallet, überlebte mit dem Fallschirm und wurde Kriegsgefangener. Die Suche nach den Gräbern der britischen Soldaten führte zunächst zu einem kleinen russischen Waldfriedhof in den Wetscher Wiesen bei Diepholz. Sie wurden jedoch im Jahre 1948 umgebettet und auf den britischen Militärfriedhof Hannover-Limmer überführt. Dort sind jetzt die Grabsteine zu finden.

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